Ein Kärntner Erbhof

Seit 1783
in einer Hand.

Das Anwesen vulgo Baier ist seit über 240 Jahren im Besitz des Geschlechts Obernosterer – ohne Unterbrechung, von Generation zu Generation weitergegeben.

Wandmalerei: zwei Zugpferde vor dem Pflug, dahinter ein Bauer, der Turm der Pfarrkirche Egg und Fichten
Fassadenmalerei am Hof · A. Malowerschnig, 1987

Klagenfurt, im Jahre 2009

Das Ehrenblatt für den Baier

2009 wurde per Ehrenblatt bestätigt: Das Geschlecht Obernosterer besitzt das Anwesen vulgo Baier – in der Urkunde noch als „Baier-Hube“ geführt – seit mindestens 1783 in ununterbrochener Rechtsfolge, damals bereits 226 Jahre.

Grundlage war eine Stamm- und Besitzerreihe aus Urbaren, Grundbüchern und Verträgen, die das Kärntner Landesarchiv am 15. Juni 2009 bestätigt hat. Unterzeichnet haben der Präsident der Kammer für Land- und Forstwirtschaft, das Kärntner Landesarchiv und der Obmann der Kärntner Landsmannschaft.

„Dem Vorfahr zum Dank, dem Besitzer zur Ehr, dem Nachkommen zum Vorbild.“Aus dem Ehrenblatt

Ehrenblatt

Nach dem vom Kärntner Landesarchiv überprüften Ausweis der öffentlichen Bücher, Urkunden und Rechtstitel hat das Geschlecht

Obernosterer

in ununterbrochener Rechtfolge das Anwesen

vulgo Baier-Hube

seit mindestens dem Jahre

1783

/ 226 Jahre / in Besitz.

Klagenfurt, im Jahre 2009

Für die Kammer für Land- und Forstwirtschaft
Der Präsident
Für das Kärntner Landesarchiv
Für die Kärntner Landsmannschaft
Der Obmann

Acht Besitzer, eine ununterbrochene Folge

Seit 1783 ist der Hof siebenmal in der Familie weitergegeben worden – durch Übergabe, Erbe und Heirat, zweimal an eine Tochter.

  1. 1. Besitz1783–1817Erster urkundlicher Nachweis
  2. 2. Besitz1817–1845Laut Vermögens­abhandlung
  3. 3. Besitz1845–1847Übergabe an den Sohn
  4. 4. Besitz1847–1866Erbe der Tochter
  5. 5. Besitz1866–1899Durch Heirat und Kaufvertrag
  6. 6. Besitz1899–1935Erbe des noch minderjährigen Sohnes
  7. 7. Besitz1935–1971Laut Einantwortung
  8. 8. Besitzseit 1971Übergabe an die Tochter

Von 1536 bis heute

Von der ersten Erwähnung als „Payer“ bis zum eigenen Sonnenstrom – die wichtigsten Stationen des Baier.

Wie der Hof zu seinem Namen kamPayer1536Bayer1586Baierheute
  1. 1536Erste Erwähnung als „Payer“Ein Dokument nennt das Haus bereits unter dem Namen „Payer“.
  2. 1586Aus „Payer“ wird „Bayer“Das Urbar der bambergischen Herrschaft Khünburg führt den Besitzer unter dem Namen „Bayer“ – daraus wird der Vulgoname, später „Baier“.
  3. 1783Beginn der RechtsfolgeSpätestens ab diesem Jahr ist der Baier nachweislich im Besitz der Familie.
  4. 1908Wasser von der eigenen QuelleIn Eigenarbeit wird eine Leitung von der hofeigenen Quelle bis in den Hof gelegt. Sie bewässert bis heute den Garten.
  5. 1957Der erste Traktor im OrtEin Steyr 80, Baujahr 1956, kommt auf den Hof – der erste Traktor der Ortschaft. 2012 restauriert, ist er bis heute im Einsatz.
  6. 1969Das alte Wohnhaus wird erneuertRenovierung mit neuem Dachstuhl und Balkon.
  7. 1974–78Das neue WohnhausDie Familie errichtet das neue Wohnhaus in eigener Arbeit.
  8. 1987Die FassadenmalereiA. Malowerschnig bemalt die Hauswand mit dem Pferdegespann vor dem Pflug.
  9. 2009Das EhrenblattKammer, Landesarchiv und Landsmannschaft bestätigen 226 Jahre ununterbrochene Rechtsfolge.
  10. 2014Abschied vom alten WohnhausDas alte Wohnhaus wird abgerissen. Ein Teil der straßenseitigen Hausmauer bleibt stehen und grenzt den Hof bis heute anstelle eines Zaunes ab.
  11. 2024Strom vom eigenen DachEine 6,5-kWp-Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher geht in Betrieb.
Detail der Wandmalerei: die beiden Pferde im Geschirr

Die Hofmalerei · 1987

Zwei Pferde, ein Pflug, ein Tal.

Unter dem Dachvorsprung zeigt die Malerei von A. Malowerschnig ein Gespann zweier Zugpferde, das den Pflug zieht, geführt von einem Bauern – im Hintergrund Fichten, die Berge und ein vertrauter Kirchturm.

Es ist der Turm der Pfarrkirche St. Michael in Egg, gut zu erkennen an seinem spitzen Giebelhelm. Die Pfarre wird 1244 erstmals urkundlich genannt; die wehrhafte Kirche selbst stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Darunter läuft der rotbraune Streifen, der die Fassade gliedert – und den Farbton dieser Seite bestimmt.

Die Farben der Fassade

Tradition mit Zukunft

Sonnenstrom vom eigenen Dach

Was mit Pferd und Pflug begann und mit dem ersten Traktor im Ort weiterging, setzt sich mit eigener Energie fort: 2024 wurde am Hof eine Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher errichtet.

6,5kWSpitzenleistungInstallierte Photovoltaik-Leistung am Hofdach.
9,2kWhBatteriespeicherDer Akku speichert Sonnenstrom für Abend und Nacht.
bis40kWhAn einem SommertagSo viel Strom erzeugt die Anlage an einem langen Sonnentag.
Eigenversorgung für Haus und HofErzeugt, gespeichert und verbraucht dort, wo die Familie seit 1783 wirtschaftet.

Auf das Haus eingetragen

Zum Baier gehört mehr als der Hof

Diese Rechte sind nicht auf eine Person eingetragen, sondern auf das Haus. Sie gehören zum Baier und werden mit ihm weitergegeben.

Hütte auf der Egger-Alm

Eine eigene Almhütte gehört zum Baier.

E-Werkgemeinschaft Egg

Der Baier hält Anteile an der E-Werkgemeinschaft Egg.